KI-Einführung: Ein gefährlicher Trugschluss
KI wird nicht einfach „eingeführt“. Sie sprengt das, was Sie heute unter Organisation verstehen – aber nicht über Nacht.
Der Mythos der KI-Einführung
Wir reden ständig über „KI-Einführung“. Doch was soll da eigentlich eingeführt werden? Ein Copilot, ein paar Agenten, einige nette Use Cases? In fast allen Gesprächen, die wir aktuell mit CIOs und CAOs führen, zeigt sich dasselbe Bild: Das Tool ist längst gesetzt. Lizenzen sind gekauft, der Copilot ist ausgerollt, erste Piloten laufen – und trotzdem bleibt das frustrierende Gefühl, nicht wirklich voranzukommen.
Der Grund dafür ist simpel: „Die“ KI-Einführung gibt es gar nicht.
KI-Use-Cases scheitern selten an der Technologie selbst. Sie scheitern an bestehenden Organisationen, veralteten Prozessen und starren IT-Architekturen. Das ist nicht neu. Genau das ist fast allen bekannt.
Wenn der Zielzustand unklar ist und niemand seriös sagen kann, wie die Organisation in fünf bis zehn Jahren mit KI und Agenten arbeiten wird, ist „Einführung“ der völlig falsche Begriff. Er erzeugt lediglich falsche Erwartungen bei Vorständen, Fachbereichen und Mitarbeitenden.
Disruption statt Einführung: Ein Umbau im laufenden Betrieb
Eine echte KI-Organisation aufzubauen, bedeutet Disruption. Aber Disruption ist kein Event und hat keinen festen Go-Live-Termin. Es ist ein mehrjähriger, anstrengender Umbau im laufenden Betrieb.
Was das konkret bedeutet?
- Radikal neu gedachte Prozesse
- Ein komplett neu aufgesetztes Enterprise Architecture Management (EAM)
- Andere Führungsmodelle und neue Rollen
- Ein Geschäftsmodell, das Wertschöpfung mit KI wirklich neu denkt
All das passiert nicht einfach nebenbei.
Die Ressourcen-Falle im Tagesgeschäft
Genau hier beginnt die entscheidende Frage: Können Sie heute überhaupt die Ressourcen aufbringen, um sich dieser Disruption wirklich zu stellen?
Sie haben ein forderndes Tagesgeschäft. Sie haben bestehende Kunden, Verträge und SLAs, die erfüllt werden müssen. Ihre Roadmaps sind voll, es gibt Altlasten in der IT und laufende Transformationsprogramme. Gleichzeitig sind die Marktbedingungen in der Industrie und der öffentlichen Verwaltung so herausfordernd, dass zusätzliche Freiräume für Experimente, Reorganisation und tiefgreifende Architekturarbeit kaum vorhanden sind.
Die Gefahr des falschen Begriffs
Und genau in dieser Realität wird nach einer „KI-Einführung“ gerufen – so, als wäre es ein weiteres, gewöhnliches Projekt auf der Liste. Deshalb ist dieser Begriff so gefährlich. Er suggeriert ein Projekt mit einem klaren Zielbild, Meilensteinen und einem „Done“-Datum. Etwas, das man mit ein paar Tool-Trainings und ein bisschen Change-Kommunikation abhaken kann.
In Wahrheit reden wir über eine langfristige, ressourcenintensive Transformation. Und über die unbequeme Frage, ob Sie – bei allem Druck im Kerngeschäft – bereit und in der Lage sind, diese Disruption aktiv zu gestalten.
Ein Plädoyer für ehrliche KI-Transformation
Mein Plädoyer: Hören wir auf, so zu tun, als wäre KI ein reines Einführungsprojekt.
Lassen Sie uns endlich ehrlich darüber sprechen, welche Investitionen, Ressourcen und welches Durchhaltevermögen eine echte KI-Transformation im laufenden Betrieb tatsächlich erfordert.
Wenn Sie heute auf Ihren KI-Plan schauen: Haben Sie wirklich die Ressourcen und das Mandat für Disruption – oder betreiben Sie gerade vor allem Tagesgeschäft mit neuen Tools?
Sie möchten mehr erfahren? Gerne vertiefen wir das Thema im Rahmen eines persönlichen Gespräches.
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